Der deutsche Tenor Daniel Schliewa (geb. 1993 in Hamburg) studierte Gesang an der Musikhochschule Lübeck bei Prof. Michael Gehrke (Bachelor) und Prof. Manuela Uhl (Master).
Künstlerische Impulse erhielt er u. a. in der Arbeit mit KS Waltraud Meier, Michaela Schuster, Burkhard Fritz, Markus Eiche, KS Harald Stamm, Iris Vermillion und Irmgard Boas.
Nach einem Engagement im Opernstudio des Theaters Lübeck wurde Schliewa Ensemblemitglied am Theater Vorpommern. Dort, sowie in weiteren Gastengagements (u. a. Staatsoper Hamburg, Teatro del Maggio Musicale Fiorentino), profilierte er sich in zentralen Partien des lyrischen und jugendlich-dramatischen Tenorfachs, darunter Alfredo (La Traviata), Lysander (A Midsummer Night’s Dream), Max (Der Freischütz) sowie Hoffmann (Les Contes d’Hoffmann). Am Gärtnerplatztheater München war er als Graf Almaviva in der Uraufführung Der tollste Tag zu erleben.
2026 war er an der Semperoper Dresden als Cover der Titelpartie in Richard Wagners Parsifal engagiert. Im selben Jahr debütierte er am Staatstheater Mainz in der Uraufführung von Julia Kerrs „Der Chronoplan“ in der Partie des Lord Byron.
Die Neue Musikzeitung würdigte seinen „strahlenden, durchdringenden Tenor, dessen viele Schattierungen sich den übrigen Männerstimmen überlegen zeigten“.
Die Deutsche Bühne hob hervor, wie er „mühelos zwischen romantischem Schwelgen und moderner Deklamation“ wechsle. Für seine Darstellung des Grafen Almaviva wurde er von der Presse für „souverän Stentortöne in Serie“ gelobt.
Sein Repertoire erweitert sich zunehmend in Richtung des deutschen Kernfachs.
Konzertverpflichtungen führten ihn u. a. in die Elbphilharmonie Hamburg, die Laeiszhalle Hamburg und die Bulgaria Hall Sofia.
Er arbeitete mit Dirigenten wie Daniele Gatti, Kent Nagano und Plácido Domingo zusammen.
2023 erreichte Daniel Schliewa das Viertelfinale von Operalia – The World Opera Competition in Kapstadt. Er ist ehemaliger Stipendiat der Richard-Wagner-Stipendienstiftung (2015).
„Daniel Schliewas wartete demgegenüber als Lord Byron mit einem strahlenden, durchdringenden Tenor auf, dessen viele Schattierungen sich den übrigen Männerstimmen überlegen zeigte“
“Besonders beeindruckt Daniel Schliewa, der als Byrons „Unter-Ich“ in Gestalt eines Ferengi-Nosferatu-Sauriers die herrliche Absurdität des Abends in sich bündelt und gleichzeitig mühelos zwischen romantischem Schwelgen und moderner Deklamation wechselt.”
„Als einziger Gast in Köpplingers stark österreichisch geprägtem Ensemble übernimmt Daniel Schliewa die auch stimmlich aggressive Tenorpartie des Grafen, in der er souverän Stentortöne in Serie liefert.“
„Schlossherr Almaviva ist nämlich kein oberflächlich gezähmter Don Juan, der sich in seine wilden Jahre zurücksehnt. Regisseur Josef E. Köpplinger macht ihn vielmehr zu einer skurrilen Karikatur im Fetisch-Outfit. Was Tenor Daniel Schliewa nicht davon abhält, mit gestählten Stimmbändern immer wieder heldenhafte Töne in den Raum zu stellen.“
„In Plauen steht mit Daniel Schliewa ein stimmpotenter, nicht brüllender, aber starker, auch des Lyrischen fähiger wie artikulatorisch deutlicher Dichter und Phantast auf der Bühne, der die wahrlich große Partie in all ihren Nuancen gut macht“